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An dieser Stelle ein erstes Beispiel:
Der Pastor mit Hammer und Meißel
Paul-Heinz Schmitz hat viele Namen berühmter Barmer in den Stein geschlagen

"Die Sonne sank, bevor es Abend wurde"
Das ist die Aufschrift eines Grabsteins auf dem Friedhof an der Hugostraße am Fuße des Barmer Nordparks. Es ist das Grab der Familie Schmitz. Paul-Heinz Schmitz (58) hat das am 1. April 1952 - also vor genau 50 Jahren - von seinem Vater Paul gegründete Unternehmen für Grabmalkunst und Natursteine übernommen, und er war es auch, der den Stein seines Vaters selbst meißelte.
Paul-Heinz Schmitz erinnert sich: "Das war schon ein komisches Gefühl. Zumal mein Vater erst 62 Jahre alt war und eigentlich noch sehr viel vor hatte."Sein Grab befindet sich in unmittelbarer Nähe der letzten Ruhestätte der Gemarker Theologen Erich Schmidt, Hans "Fiffi" Specht, Leni und Karl Immer, Robert Steiner und Harmannus Obendick am Fuße der kleinen Kapelle am Hugoberg. Auch das Grab der 1988 verstorbenenBundespräsidenten-Mutter Helene Rau liegt nicht weit entfernt.Die Steine darauf sind sämtlich Werke von Paul-Heinz Schmitz und seinem Fünf-Mann-Team, zu dem an der Spitze jetzt der bald 30 jährigeSohn Frank zählt. Steinmetz mit dem Schwerpunkt Grabmalkunst: dazu gehört viel handwerkliche Begabung, empfindliche, gar zarte Hände sind kaum gefragt.

Ein offenes Ohr für (traurige) Geschichten
Eine der Wichtigsten Fähigkeiten ist dei Kunst des Zuhörens. Schmitz: „Natürlich erzählen uns die Hinterbleibenden nicht selten die Lebensgeschichten der Verstorbenen. Oft wählen wir dann die passenden Motive für den Grabstein aus." Ob er sich als eine Art "Pastor mit Hammer und Meißel" sicht? Das mochte er direkt nicht bestätigen, trifft aber nicht selten zu. Gute Nerven sind sehrwohl gefragt, denn wer auf Friedhöfen arbeitet, der ist im Laufe der Zeit eben schon mit den letzten Überresten der Bestatteten in Kontakt gekommen.Als vor vielen Jahren auf der Hugostraße die Exhumierung der Leichen des selbsternannten Todesengels" Michaela Röder vorgenommen wurden, stellte Schmitz das nötige Spezialwerkzeug (zum Beispiel Portalkräne), blieb dem eigentlichen Aushub jedoch fern. Aber es sind nicht nur die Friedhöfe als Arbeitsplatz und Trauernde als Kunden. In einem hiesigenPrivatpark stehen zwei aus Granit gemeißelte Pandabären von Paul­Heinz Schmitz und im Angebot sind auch Liebespaare in Bronze und Kamine für lauschige Abende.

Während seiner Lehrzeit ging Paul-Heinz Schmitz noch in eine Berufsschulklasse mit Pflasterern und Fliesenlegern. Sein heutiger Azubi muss nach Düsseldorf fahren, aber in eine eigene Klasse für Steinmetze, von denen es in Wuppertal immerhin noch über zwanzig gibt, der Innungs-Obermeister Klaus Pieper arbeitet aber in Remscheid. Unmittelbar über der Werkstatt befindet sich der jüdische Teil des Friedhofs Hugostraße. Er ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Vor einigen Jahren hat Schmitz ihn im Auftrage der Stadt renoviert, aber es kommen kaum noch Angehörige dort beerdigter Menschen.

Mamor aus Italien, Granit aus dem Himalaya. Die Basis für die Grabsteine und andere Produkte von der Hugostraße sind zum Beispiel Marmor aus Italien oder schlichtweg Granit. Das stammt auch aus dem Himalaya-Gebirge. Ein Versuch, sich von dort bei einem Unternehmer direkt zu versorgen, schlug allerdings fehl. Der Kontakt über einen Zwischenhändler war doch für alle Beteiligten die bessere Variante. Paul-Heinz Schmitz ist trotz des täglichen Umgangs mit dem Ende des Lebens ein lebensfroher Zeitgenosse. Als wir uns verabschiedeten, lieferte er aber schnell noch zwei Grabsteine aus. Das ist sein Leben, denn Hobbys hat er keine. Es liegt der Verdacht nahe, das es die Grabmalkunst sein könnte.

Mitglied der Landes- und Bundesinnung für das Steinmetzhandwerk.